Erneut Kreditkarten-Betrug aufgedeckt

Donnerstag, 14. Juli 2011 um 15:57 Uhr

Den Haag. Stolze 15.000 Kreditkarten haben bulgarische Betrüger kopiert und somit einen weltweiten Schaden von mehr als 50.000.000 Euro angerichtet, so berichtet Europol. Bei einer internationalen Razzia – genannt „Night Clone“ – wurden insgesamt 59 Verdächtige festgenommen. Der Großteil der Betrüger wurde in Bulgarien aufgegriffen, weitere Verdächtige in Italien, Spanien, den USA und in Polen verhaftet. Unter den Festgenommenen befinden sich laut Interpol auch die Drahtzieher.

Betrug durch Skimming

Die Betrüger waren darauf spezialisiert, möglichst viele Bankkarten einzulesen und zu kopieren. Mit gefälschten Karten konnte anschließend Geld abgehoben werden. Dieses Verfahren nennt sich „Skimming“. Dabei wird eine getarnte Lese-Apparatur vor dem Kartenschlitz eines Geldautomaten angebracht und mit den versteckt eingelesenen Daten Kopien von den Geldkarten angefertigt. Oft wird der Pin-Code der Betroffenen mit einer Kamera oder einer Tastenfeld-Attrappe mitgeschnitten.

Kein Einzelfall

Erneuter Kreditkarten BetrugEs ist bei weitem nicht das erste Mal, dass durch das sogenannte Skimming Bankkunden zu Schaden kommen. Allein von 2005 bis 2010 kam ein Schaden von ca. 180 Mio. Euro zustande. Oft wird ein Betrugsfall erst dann bemerkt, wenn die Bank wegen Überziehung des Kontos einschreitet. Wenn ein Betrugsopfer nicht fahrlässig handelt, bekommt es aber in der Regel den Schaden von der Bank ersetzt.

Warum es kein Einzelfall bleibt

Obwohl die Geldautomaten immer sicherer gegen das Skimming geschützt sind, passieren solche Betrugsfälle immer wieder. Woran liegt das? Im Gegensatz zu den Chips sind nur die Magnetstreifen auf den Bankkarten anfällig gegen diese Betrugsmasche. Auch wenn viele Karten einen solchen Chip vorweisen, verzichten die Banken aus Gründen der Akzeptanz nicht auf die Magnetstreifen. Auch ließen sich Automaten mit sogenannten „Antiskimming-Modulen“ vor Ausleseversuchen schützen.

Wie sie sich schützen können

Auch wenn die Betrüger immer ausgefuchster werden, gibt es einige Ratschläge. So sollten sie bei der Pin-Eingabe das komplette Tastenfeld mit der anderen Hand abdecken. Achten sie darauf, dass sie nicht beobachtet werden. Wenn sie Manipulationen am Automaten entdecken, verständigen sie das Bankpersonal oder die Polizei. Haben sie einen manipulierten Automaten bereits benutzt, verlassen sie ihn nicht und lassen sie ihre Karte sperren (Tel.: 116116). Mit diesen Tipps können sie das Risiko einer Skimming-Attacke zumindest verringern.


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