Kreditkarten-Missbrauch: Bank in der Beweispflicht

Montag, 15. Oktober 2012 um 14:55 Uhr

Bestreitet ein Kunde, dass er eine bestimmte Abbuchung mit seiner Kreditkarte getätigt hat, dann muss im Zweifel die Bank beweisen, dass doch er die Transaktion vorgenommen hat. Verfügt der Kunde beispielsweise über ein kostenloses Aktiendepot bei der Bank und hat vermeitlich neue Ankäufe zu Lasten seiner Kreditkarte geordert, steht das Finanzinstitut in der Pflicht, ihm nachzuweisen, dass die Order tatsächlich von ihm kam, sollte der die Transaktion monieren. Zu diesem Urteil kam das Amtsgericht München.

Kein Vermögensvorteil zugunsten der Banken

Konkret ging es in München um eine Frau, die im Laufe der Zeit drei unterschiedliche MasterCards erhalten hatte, die immer wieder von den gleichen Händlern belastet worden war – ohne ihr Wissen, wie die Klägerin auch eidlich versicherte. In den ersten beiden Fällen erstattete die beklagte Bank die Beträge anstandslos zurück, doch im dritten Fall weigerte sich das Geldhaus, die volle Summe zu erstatten. Durch die wiederholten Abbuchungen der gleichen Händler ging das Geldhaus von einem Sorgfaltsverstoß der Kundin ist, für den diese zu haften habe.

Widerpsruch vom Gericht

Das Gericht widersprach jedoch: Die Zahlungen an die eigentlichen Händler seien nicht geleistet worden, weil die Kundin dies moniert hatte. Die entsprechenden Beträge dennoch von der Kreditkarte abzubuchen, verschafften der Bank einen nicht gerechtfertigten Vermögensvorteil. Wenn das Finanzinstitut nicht beweisen können, dass die Abbuchungen tatsächlich durch die Kundin verursacht worden sind, müssten alle Beträge erstattet werden. Weitere Finanznachrichten findet man auf der Webseite www.festgeldzinsen.com


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